Tagesausflug der „Aufgeweckten Alten“ nach Kassel

Von PDauster am 20. Juni 2016

Dieses Mal ging der Tagesausflug der „Aufgeweckten Alten“ nach Kassel.

– Ab nach Kassel! –

Zunächst sei gesagt, es gibt Kasseler, Kasselaner und Kasseläner. Kasseler sind Zugezogene, Kasselaner sind die in Kassel geborenen und die Kasseläner sind die Eltern der Kasselaner, die auch schon in Kassel geboren sind. Abfahrt um 7 Uhr in Höchst (mitten in der Nacht! Die dreistündige Fahrt im nagelneuen Bus verlief gut und bequem.

Eingang zur GRIMMWELT auf dem Weinberg

Eingang zur GRIMMWELT auf dem Weinberg

Das Zettelkasten der Grimm's

Das Zettelkasten der Grimm's

Das FACEBOOK der Grimm's (weltweit)

Das FACEBOOK der Grimm's (weltweit)


Unser erstes Ziel war die „Grimmwelt“ auf dem Weinberg. Eineinhalb Stunden  – aufgeteilt in zwei Gruppen – führte uns eine Kunsthistorikerin durch das Museum. Sie vermittelte uns Kenntnisse über wissenschaftliche Tätigkeiten der Brüder Grimm. Jeder kennt die beiden als Erzähler deutscher Märchen. Das war nur eine ihrer vielen Tätigkeiten. Beide waren Wissenschaftler auf vielen Gebieten. Einer ihrer Schwerpunkte war z.B. die Schaffung des ersten deutschen Wörterbuches (DWB) genannt „der Grimm“.

Wenn man bedenkt, dass in der damaligen Zeit alle Kotakte nicht per Telefon oder PC gepflegt wurden, – die Briefe wurden per Postkutsche von A nach B geschickt -, so ist es erstaunlich, dass ca. 1.200 Kontakte bestanden, die alle dem Austausch zu irgend welchen Themen dienten. Viele Originalbriefe sind ausgestellt.

Auf einer riesengroßen Wand befinden sich sehr viele Nägel, auf die ca. 3.000 Zettel aufgespießt sind. Das sind alles Erklärungen zu dem Buchstaben „Z“. Das Wörterbuch der Brüder Grimm unterscheidet sich vom Duden dadurch, dass nicht nur die Bedeutung des Wortes genannt wird, sondern zu jedem Wort eine eingehende Inhaltserklärung gegeben wird. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Wort „Treppe“. Es gibt 13 verschiedene Wörter, die alle von der Entstehung her mit dem Wort „Treppe“ verwandt sind.

Die Originalschere des Wilhelm Grimm, mit der er diese Zettelchen zurechtgeschnitten hat, ist in einem Glaskasten ausgestellt.

Die Familie Grimm lebte sehr eng zusammen. Lotte, ihre Schwester, führte die Brüder Jacob und Wilhelm den Haushalt bis sie heiratete. Ein weiterer Bruder, der Maler Ludwig Ernst, illustrierte viele ihrer Werke. Sehr beeindruckend ist der von ihm gezeichnete Reisebericht.

Es gäbe noch über viel Erstaunliches zu berichten, aber nach dem Mittagessen auf dem Schlossberg waren Herkules und die Wasserspiele angesagt. In einer guten Führung erfuhren wir einiges über Geschichte, Ausmaße der Anlagen und Gebäuden und vieles andere mehr.

Der Ausblick auf die Stadt Kassel ist sehr beeindruckend.

Erbaut wurden Schloss, Herkules, Löwenburg usw. in der Form wie wir heutzutage die Anlagen kennen, unter Kurfürst Wilhelm I. von Hessen Nassau in den Jahren 1701 bis 1717. Der Baubeginn der gesamten Anlage fand schon um 1680 an. Der obere – der barocke – Teil endet nach 550 Stufen an der Teufelsbrücke. Es ist ein Erlebnis hinab zu steigen, aber auch anstrengend. Jetzt folgt der romantische Teil der Wasserspiele. Es ist noch einmal so weit, steiler und anstrengender, aber eben sehr romantisch. Die Spiele enden unten am Schloss mit einer riesigen Fontaine.

Da auch das Wetter einigermaßen gut war, machte es auch Freude, den Abstieg zu machen.

Nach einer angenehmen Heimfahrt sind wir wohlbehalten am frühen Abend wieder in Höchst angekommen.

In diesem Sinne Doris Herrmann

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